Unser Quartierverein
Geschichte
Geschichte des Quartiers St.Fiden-Neudorf
Das heutige Quartier St.Fiden-Neudorf liegt im Osten der Stadt St.Gallen. Es erstreckt sich vom Kantonsspital St.Gallen bei St.Fiden bis zur östlichen Stadtgrenze. Zum Quartier gehören zahlreiche Ortsteile und Siedlungen, darunter Grossacker, Birnbäumen, Hagenbuch, Krontal, Neudorf, Stephanshorn, Guggeien sowie Achslen/Wilen.Das Gebiet bildete früher einen grossen Teil der eigenständigen Gemeinde Tablat, die 1918 in die Stadt St.Gallen eingemeindet wurde. Die folgenden Texte berichten über die mittelalterlichen Anfänge, die Industrialisierung im 19. Jahrhundert bis zu den Veränderungen im 20. Jahrhundert.
Vom Mittelalter bis ins 18. Jahrhundert
Die ersten Siedlungsspuren reichen weit zurück. Um 1080 wurde vermutlich eine erste Kirche in St.Fiden errichtet. Abt Ulrich III. soll Reliquien der heiligen Fides nach St.Gallen gebracht haben. Die Ortschaft St.Fiden wird erstmals 1225 urkundlich erwähnt.
Das umliegende Gebiet gehörte zur Fürstabtei St.Gallen. 1255 ist ein Gut namens «Tablat» belegt, das dem heutigen St.Galler Osten seinen Namen gab. Im Mittelalter standen die verstreuten Höfe vom heutigen Rotmonten bis St.Georgen grösstenteils unter der Lehensherrschaft des Klosters St.Gallen. Ab dem 15. Jahrhundert übte die Fürstabtei auch die weltliche Herrschaft aus.
Tablat wurde 1458 ein eigenes Gericht und erhielt 1681 eine Gemeindeordnung. Ein eigentliches Dorf Tablat existierte jedoch nicht. Die Gemeinde bestand aus Weilern und Einzelhöfen, getrennt durch Wälder, Wiesen und Felder. Die Kirche St.Fiden übernahm eine zentrale Funktion für die verstreuten Siedlungen. Sie war bis zur Reformation jedoch nur Filialkirche. Pfarrkirche für Tablat war bis 1520 St.Laurenzen in der Stadt St.Gallen, danach das St.Galler Münster.
Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts blieb die Bevölkerung in Tablat nahezu ausschliesslich katholisch.
In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts verbesserten sich die Verkehrsverbindungen. Fürstabt Beda Angehrn liess zwischen 1770 und 1778 die heutige Rorschacherstrasse ausbauen. Dadurch entstand östlich von St.Fiden eine neue Aussensiedlung: der Weiler Neudorf.
Um 1823 zerstörte ein Grossbrand in einer Bierbrauerei die Wohnstätten von über 90 Bewohnerinnen und Bewohnern. Neudorf wurde rasch wieder aufgebaut und wuchs in den folgenden Jahrzehnten stetig weiter.
Das umliegende Gebiet gehörte zur Fürstabtei St.Gallen. 1255 ist ein Gut namens «Tablat» belegt, das dem heutigen St.Galler Osten seinen Namen gab. Im Mittelalter standen die verstreuten Höfe vom heutigen Rotmonten bis St.Georgen grösstenteils unter der Lehensherrschaft des Klosters St.Gallen. Ab dem 15. Jahrhundert übte die Fürstabtei auch die weltliche Herrschaft aus.
Tablat wurde 1458 ein eigenes Gericht und erhielt 1681 eine Gemeindeordnung. Ein eigentliches Dorf Tablat existierte jedoch nicht. Die Gemeinde bestand aus Weilern und Einzelhöfen, getrennt durch Wälder, Wiesen und Felder. Die Kirche St.Fiden übernahm eine zentrale Funktion für die verstreuten Siedlungen. Sie war bis zur Reformation jedoch nur Filialkirche. Pfarrkirche für Tablat war bis 1520 St.Laurenzen in der Stadt St.Gallen, danach das St.Galler Münster.
Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts blieb die Bevölkerung in Tablat nahezu ausschliesslich katholisch.
In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts verbesserten sich die Verkehrsverbindungen. Fürstabt Beda Angehrn liess zwischen 1770 und 1778 die heutige Rorschacherstrasse ausbauen. Dadurch entstand östlich von St.Fiden eine neue Aussensiedlung: der Weiler Neudorf.
Um 1823 zerstörte ein Grossbrand in einer Bierbrauerei die Wohnstätten von über 90 Bewohnerinnen und Bewohnern. Neudorf wurde rasch wieder aufgebaut und wuchs in den folgenden Jahrzehnten stetig weiter.
Industrialisierung und Wachstum im 19. Jahrhundert
Nach dem Ende der Fürstabtei im Jahr 1803 blieb Tablat bis 1918 eine eigenständige politische Gemeinde. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war das Gebiet noch ländlich geprägt. Ein Neujahrsblatt von 1829 beschreibt St.Fiden als «Dörfchen auf einer schönen Ebene, eine Viertelstunde nordöstlich von St.Gallen», mit rund 300 Einwohnerinnen und Einwohnern. Die Gemeinde Tablat zählte damals etwa 2500 Personen.
Ab Mitte des 19. Jahrhunderts setzte die Industrialisierung ein. Bereits 1811 wurde in St.Georgen eine erste Spinnerei gegründet. In den folgenden Jahrzehnten entstanden zahlreiche Stickereifabriken. Betriebe mit grossem Platzbedarf wurden bewusst ausserhalb der Stadt angesiedelt.
Die Bevölkerung wuchs rasant. 1837 lebten in Tablat rund 4100 Menschen, 1850 waren es 4424. Bis 1910 stieg die Zahl auf 22 306 an. Rund 40 Prozent der Bevölkerung waren ausländische Arbeitskräfte, vor allem aus Deutschland, Österreich und Italien. Viele lebten in einfachen und überbelegten Wohnungen. Rund um den Bahnhof St.Fiden entstanden günstige Mietskasernen. Das Quartier erhielt im Volksmund den Namen «Klein-Venedig».
Die Verkehrsanbindung förderte die Entwicklung. 1856 wurde die Bahnlinie Zürich–St.Gallen–Rorschach eröffnet. Um 1910 erhielt St.Fiden mit dem Bau der Bodensee-Toggenburg-Bahn einen ausgebauten Bahnhof. Bereits 1897 verband eine Tramlinie St.Fiden mit dem Stadtzentrum. Ab 1957 übernahm der Busbetrieb diese Funktion.
Die Wohnungsnot in den Arbeiterquartieren führte zu ersten sozialen Initiativen. 1904 entstand an der Flurhofstrasse die erste Wohnbaugenossenschaft der Stadt St.Gallen. Sie markierte den Beginn des genossenschaftlichen Wohnungsbaus.
Ab Mitte des 19. Jahrhunderts setzte die Industrialisierung ein. Bereits 1811 wurde in St.Georgen eine erste Spinnerei gegründet. In den folgenden Jahrzehnten entstanden zahlreiche Stickereifabriken. Betriebe mit grossem Platzbedarf wurden bewusst ausserhalb der Stadt angesiedelt.
Die Bevölkerung wuchs rasant. 1837 lebten in Tablat rund 4100 Menschen, 1850 waren es 4424. Bis 1910 stieg die Zahl auf 22 306 an. Rund 40 Prozent der Bevölkerung waren ausländische Arbeitskräfte, vor allem aus Deutschland, Österreich und Italien. Viele lebten in einfachen und überbelegten Wohnungen. Rund um den Bahnhof St.Fiden entstanden günstige Mietskasernen. Das Quartier erhielt im Volksmund den Namen «Klein-Venedig».
Die Verkehrsanbindung förderte die Entwicklung. 1856 wurde die Bahnlinie Zürich–St.Gallen–Rorschach eröffnet. Um 1910 erhielt St.Fiden mit dem Bau der Bodensee-Toggenburg-Bahn einen ausgebauten Bahnhof. Bereits 1897 verband eine Tramlinie St.Fiden mit dem Stadtzentrum. Ab 1957 übernahm der Busbetrieb diese Funktion.
Die Wohnungsnot in den Arbeiterquartieren führte zu ersten sozialen Initiativen. 1904 entstand an der Flurhofstrasse die erste Wohnbaugenossenschaft der Stadt St.Gallen. Sie markierte den Beginn des genossenschaftlichen Wohnungsbaus.
Eingemeindung 1918 und Entwicklungen im 20. Jahrhundert
Während des Ersten Weltkriegs erreichte die Bevölkerung Tablats ihren Höchststand. Am 1. Juli 1918 fusionierte Tablat mit der Stadt St.Gallen und der Gemeinde Straubenzell zur Stadt Gross-St.Gallen. Die Einwohnerzahl wuchs auf rund 75 000.
Tablat verlor seine politische Selbstständigkeit, blieb jedoch als Ortsbürgergemeinde bestehen. Aus der Landgemeinde wurde der Stadtteil St.Gallen-Ost, zu dem das Quartier St.Fiden-Neudorf bis heute gehört.
Entlang der Rorschacherstrasse setzte in den 1920er-Jahren eine rege Bautätigkeit ein. Es entstanden Wohn- und Geschäftshäuser. Das Kantonsspital St.Gallen, seit 1873 an der Rorschacherstrasse, sowie das städtische Bürgerspital prägten das Quartier nachhaltig. Auch der 1945 angelegte Botanische Garten in Neudorf stärkte die Bedeutung des Quartiers als Standort für Gesundheit und Bildung.
Die Quartierbevölkerung organisierte sich früh. 1896 wurde der Quartierverein Krontal-Neudorf gegründet, 1908 der Quartierverein St.Fiden-Kleinberg. Am 23. Mai 1921 fusionierten beide Vereine im Hotel «zum Bahnhof» zum heutigen Quartierverein St.Fiden-Neudorf.
Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte sich die bauliche Verdichtung fort. Neue Wohnsiedlungen, Schulen und Kirchen entstanden. Die katholische Kirche St.Maria Neudorf wurde gebaut. Die reformierte Bevölkerung erhielt die Kirchen Grossacker, Stephanshorn und später die ökumenische Haldenkirche.
1973 eröffnete das Hallenbad Blumenwies. In den 1980er-Jahren folgte der Autobahnanschluss St.Gallen-Ost. In diesem Zusammenhang wurde der Dörflibrunnen vom ursprünglichen Standort an der Rorschacherstrasse auf den Platz vor dem Restaurant Hirschen versetzt.
Einen weiteren Entwicklungsschub brachte 1975 die Eröffnung des Grossacker-Zentrums mit dem Silberturm. Das Einkaufszentrum wurde zu einem wichtigen Versorgungspunkt für den gesamten Stadtkreis.
Tablat verlor seine politische Selbstständigkeit, blieb jedoch als Ortsbürgergemeinde bestehen. Aus der Landgemeinde wurde der Stadtteil St.Gallen-Ost, zu dem das Quartier St.Fiden-Neudorf bis heute gehört.
Entlang der Rorschacherstrasse setzte in den 1920er-Jahren eine rege Bautätigkeit ein. Es entstanden Wohn- und Geschäftshäuser. Das Kantonsspital St.Gallen, seit 1873 an der Rorschacherstrasse, sowie das städtische Bürgerspital prägten das Quartier nachhaltig. Auch der 1945 angelegte Botanische Garten in Neudorf stärkte die Bedeutung des Quartiers als Standort für Gesundheit und Bildung.
Die Quartierbevölkerung organisierte sich früh. 1896 wurde der Quartierverein Krontal-Neudorf gegründet, 1908 der Quartierverein St.Fiden-Kleinberg. Am 23. Mai 1921 fusionierten beide Vereine im Hotel «zum Bahnhof» zum heutigen Quartierverein St.Fiden-Neudorf.
Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte sich die bauliche Verdichtung fort. Neue Wohnsiedlungen, Schulen und Kirchen entstanden. Die katholische Kirche St.Maria Neudorf wurde gebaut. Die reformierte Bevölkerung erhielt die Kirchen Grossacker, Stephanshorn und später die ökumenische Haldenkirche.
1973 eröffnete das Hallenbad Blumenwies. In den 1980er-Jahren folgte der Autobahnanschluss St.Gallen-Ost. In diesem Zusammenhang wurde der Dörflibrunnen vom ursprünglichen Standort an der Rorschacherstrasse auf den Platz vor dem Restaurant Hirschen versetzt.
Einen weiteren Entwicklungsschub brachte 1975 die Eröffnung des Grossacker-Zentrums mit dem Silberturm. Das Einkaufszentrum wurde zu einem wichtigen Versorgungspunkt für den gesamten Stadtkreis.
Gegenwart
Heute präsentiert sich St.Fiden-Neudorf als lebendiges und vielfältiges Quartier. Aus dem einstigen Dorf vor den Toren der Stadt ist ein urbaner Stadtteil geworden. Der Quartierverein und zahlreiche Initiativen pflegen bis heute den Gemeinsinn und knüpfen an eine über 125-jährige Tradition des Engagements an.






